Wer den Lesehof am Hohen Markt in Krems besucht, spürt sofort die besondere Atmosphäre dieses historischen Hauses. Dazu trägt nicht zuletzt Frau Johanna Hölzl bei – die gute Seele des Hauses. Seit Jahrzehnten wohnt sie hier, kennt jede Ecke und verleiht dem Lesehof mit ihrer herzlichen Art ein Zuhausegefühl. Wir haben mit ihr über ihre Geschichte, ihre Rolle und ihre liebsten Tipps in Krems gesprochen.
Frau Hölzl, wie sind Sie eigentlich zum Lesehof gekommen?
Ich bin hier praktisch groß geworden. Schon 1961 bin ich ins Haus eingezogen, damals war es noch ein Bauernhof mit Tieren. Wir waren viele – meine Oma, meine Tante, mein Vater. Es war ein richtiger Mehrparteienhof. Seitdem ist der Lesehof mein Zuhause.
Und heute sind Sie so etwas wie die gute Seele des Hauses. Was gefällt Ihnen an dieser Rolle?
Das Schönste ist, dass die Gäste mich akzeptieren und ich ihnen etwas Gutes tun kann. Ich verwöhne sie auch gerne einmal mit Kuchen oder gebe Ratschläge. Viele sagen, sie fühlen sich hier sofort willkommen – das macht mich zufrieden und fröhlich.
Wie sieht ein typischer Tag bei Ihnen aus?
Ich mache den Haushalt, versorge meinen Mann und schaue, dass alles passt. Ich habe über 50 Jahre im selben Job gearbeitet, da hatte ich immer viel mit Kunden zu tun – das hilft mir heute noch im Umgang mit den Gästen. Und durchs Fenster bekomme ich vieles mit, wenn jemand Hilfe braucht. Außerdem kümmere ich mich um die Blumen und Pflanzen und dekoriere den Innenhof – das gehört einfach dazu.
Gibt es eine besondere Erinnerung mit Gästen, die Ihnen geblieben ist?
Oh ja, da denke ich sofort an vier Damen aus Augsburg. Sie waren schon etwas älter, aber voller Lebensfreude. Beim ersten Mal habe ich sie mit einem Mittagessen überrascht. Beim zweiten Besuch haben sie sich bedankt – und Weißwürste mit Senf mitgebracht. Das war ein sehr schöner Moment.
Was macht für Sie die Atmosphäre im Lesehof so besonders?
Die Umgebung ist traumhaft. Der Innenhof ist sehr gesellig, die Nachbarschaft nett, es gibt keine lauten Partys – einfach eine perfekte Umgebung. Und der historische Hohe Markt trägt seinen Teil dazu bei.
Was würden Sie Gästen empfehlen, die Krems und die Wachau besuchen?
Die Wachau ist natürlich ein Muss! Aber ich habe auch meine persönlichen Tipps: einen Heurigen in Kuffern besuchen, die Schwarzalm mit ihrem Ausblick und schönen Spazierwegen, die Dominikanerkirche und die Altstadt von Stein. Sehr nett sind auch die Nachtwächter-Führungen oder der Bummerlzug, wenn man nicht so gut zu Fuß ist.
Wenn Sie die Apartments im Lesehof mit drei Worten beschreiben müssten – welche wären das?
Hochwertig, grün und gesellig.
Und was bedeutet für Sie persönlich „Zuhause auf Zeit“?
Dass man sich kennt, angenommen fühlt und sich sofort wohlfühlt.